„Datum“: Trio stellt Produkt neu auf

Bis das Magazin wieder erscheinen soll, scheint sich noch einiges zu tun: Dazu zählen die Ausrichtung des Produkts, die Erarbeitung von Finanzierungskonzepten und die schrittweise Loslösung von den Pirkers.

Erschienen in HORIZONT 33-34/16

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Jetzt also doch: Das „Datum“ macht weiter. Die nächste Ausgabe, die Anfang Oktober erscheint, ist der Auftakt für den Neustart. In den kommenden Wochen werde laut Chefredakteur Stefan Apfl zum einen an der inhaltlichen und optischen Ausrichtung gearbeitet, zum anderen sind auch noch unterschiedliche Finanzierungskonzepte in Arbeit. Auch die Loslösung von der Medecco Holding, die bis Februar Alleineigentümerin des „Datum“ war, ist ein laufender Prozess, der nicht von heute auf morgen über die Bühne gehen kann.

Die ökonomische Grundlage für den Neustart wurde mit der Gründung der Satzbau GmbH als neue Medieninhaberin von Datum Anfang August geschaffen. Hinter dem Unternehmen stehen zu jeweils einem Drittel Stefan Apfl, die Monopol Medien GmbH mit Martin Mühl sowie der ehemalige Chef des Liberalen Forums und heutige Unternehmensberater Alexander Zach. Als die Medecco Holding – im Besitz von VGN-Chef Horst Pirker – das Nischenprodukt nicht mehr in ihrem Portfolio führen wollte, übernahm Apfl im März dieses Jahres das Ruder und erwarb Titelrechte und Abonnentendatei. Pirkers Mediengruppe ließ damals ausrichten, dass man sich in Zukunft ganz auf Titel konzentrieren werde, die hinsichtlich ihrer Themen und Zielgruppen „eindeutig und spitz positioniert“ sind. „Datum“ habe mit seiner thematischen Breite und heterogenen Zielgruppe nicht in das strategische Konzept gepasst.

Loslösung ist laufender Prozess

Aus rechtlichen Gründen konnte Apfl damals weder die Webseite noch die Social-Media-Kanäle weiterbetreiben. Diese Sache konnte man mittlerweile aus der Welt schaffen: Bis Anfang Oktober werden Webseite und Social-Media-Kanäle aber noch offline bleiben – nach dem Print-Comeback soll auch hier wieder Normalbetrieb herrschen. „Die Diskussion um die Nutzungsrechte der Social-Media-Kanäle mit Georg Pirker (Geschäftsführer und Sohn von Horst Pirker, Anm.) hat sich erledigt. Geld ist dafür keines geflossen. Wir haben generell eine gute Kooperationsbasis und ein gutes Einvernehmen“, erzählt Apfl. Horst Pirker habe keinen Einfluss mehr auf „Datum“, eine vollständige Loslösung sei aber ein laufender Prozess.

Jedenfalls hat die „Datum“-Redaktion bereits ihr neues Büro in Wien-Neubau bezogen. „Redaktionell sind wir derzeit zu zweit – neben mir arbeitet Patricia Käfer als Chefin vom Dienst. Für die Texte werden wir wie auch in der Vergangenheit voraussichtlich großteils mit externen Autorinnen und Autoren arbeiten.“

Bis Anfang Oktober steht auch ein Rebrush auf der Agenda. Zu diesem hält sich Apfl allerdings noch bedeckt. „Die Details der inhaltlichen und optischen Ausrichtung erarbeiten wir derzeit.“ Die Druckauflage soll zudem von zuletzt 10.000 auf 15.000 steigen.

Langfristiges Bekenntnis

Die mehrmonatige Pause seit März wurde dafür genutzt, um „Datum“ einen Neustart und eine langfristige Zukunft zu ermöglichen. Für beides braucht es einen gut durchdachten Businessplan. „Zur finanziellen Größenordnung des Neustarts möchte ich mich nicht äußern“, sagt Apfl.

Darauf angesprochen, für wie viele Ausgaben die Finanzierung derzeit gesichert ist, sagt Apfl: „Mit der Lösung ist der langfristige Bestand von ‚Datum‘ gesichert. Die drei Eigentümer haben sich zudem dazu bekannt, ihre Anteile zwei Jahre lang nicht zu veräußern.“ Auch dazu, ob sich die Kosten zur Finanzierung einer „Datum“-Ausgabe möglicherweise auf einem niedrigen sechsstelligen Betrag belaufen könnten, gibt Apfl keine Angabe.

Der laufende Betrieb soll sich über Abonnenten und Anzeigenkunden finanzieren. „Wir sind davon überzeugt, dass es für Qualitätsjournalismus einen Markt gibt. Sowohl leserseitig als auch anzeigenseitig“, sagt Apfl. Um das Produkt zu monetarisieren, steht er aber auch anderen Erlösquellen offen gegenüber: „In der Frage der Finanzierung denken wir derzeit in alle Richtungen. Jetzt haben wir erstmal Investoren an Bord geholt und ‚Datum‘ damit langfristig auf sichere Beine gestellt, weitere Konzepte sind in Arbeit“, sagt Apfl.

Ein Qualitätsprodukt sollte es werden – diesen Anspruch hatten Journalist und Autor Klaus Stimeder und Investmentbanker Hannes Weyringer, als sie im Jahr 2004 das „Datum“ aus der Taufe hoben. Auch Stefan Apfl möchte das Produkt in diesem Sinne weiterführen: „Der starke Charakter des Produkts wird der gleiche bleiben“, sagt er abschließend.

Horizontale LinieFoto: Datum / Ursula Röck
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