Die Wahl im Web

Van der Bellen vor Khol und Hundstorfer: Nach welchen Kandidaten am meisten gesucht wird und wer für Gesprächsstoff sorgt.

Erschienen in HORIZONT 15/16

Die Wahl im Web

„Bundespräsident“, „Hofburg“ und „Bellen“ – das sind die seit Jahresanfang am häufigsten gesuchten Begriffe im Web und den sozialen Medien, wenn es um die bevorstehende Bundespräsidentenwahl geht. Das erhob das Medienbeobachtungsunternehmen Observer in seinem „Web & Social Media Monitoring“ zu den Kandidaten. Ziel dieser Medienresonanzanalyse ist es, Informationen darüber zu erlangen, welche der sechs Kandidaten den Social Buzz bestimmen und zu wem sich Wahlberechtigte im Web und in Social Media äußern und informieren.

Mit dem Echtzeitmonitoring begonnen habe man beim Observer bereits im Oktober des Vorjahres, die aktuellen Grafiken veranschaulichen allerdings die Ergebnisse, die seit Beginn des Jahres gesammelt wurden. Rückblickend stellt Geschäftsführer Florian Laszlo fest: „Die Bundespräsidentschaftswahl war im Web und in den sozialen Medien ein großes Thema, noch bevor klar war, wer die Kandidaten sind. Als das dann bekannt wurde, ist das Interesse deutlich abgefallen.“ Besonders in der Zeit vor dem offiziellen Wahlkampfstart wäre die Resonanz noch eher verhalten gewesen.

Präsenz als Reibebaum

Im Wesentlichen sind es drei Kandidaten, die für digitalen und medialen Gesprächsstoff sorgen: Irmgard Griss, Norbert Hofer und Alexander Van der Bellen. Die Motive und Gründe dahinter seien unterschiedlich. Was man laut Laszlo aber sicher sagen könne: „Wenn ich der Reibebaum bin, hilft mir das präsenzmäßig.“ Die Nase vorn habe hier aufgrund des Negative Campaignings durch die FPÖ Alexander Van der Bellen. Richard Lugner sorgte nur zum Zeitpunkt der Bekanntgabe seiner Kandidatur für Gesprächsstoff. Rudolf Hundstorfer und Andreas Khol seien konstant präsent.

Interessantes Detail: Werner Faymann (SPÖ) und Heinz-Christian Strache (FPÖ) sind auch im Zusammenhang mit der Bundespräsidentschaftswahl ein Thema, während andere Parteichefs hier nicht anstreifen würden.

Einfluss von Boulevardmedien

Die Tonalität in der Berichterstattung sei über die Zeit gesehen vorwiegend neutral gewesen. Darüber hinaus hätte es beinahe gleich viele positive wie negative Berichte über alle Kandidaten gegeben (siehe Grafik). Keine allzu große Überraschung ist, dass in puncto Meinungsführerschaft Boulevardmedien und Populisten erfolgreich das Zepter an sich reißen.

Als aktivster Autor in den sozialen Medien wurde der Auftritt des Standard gewertet, während Heinz-Christian Strache die Liste der einflussreichsten Autoren anführt. Die auf Social-Media-Plattformen aktivste Seite ist die Tageszeitung Die Presse, die Seite mit dem größten Einfluss allerdings das Onlineportal oe24.at.

Diskussionen Männerdomäne

Die Bundespräsidentschaftswahlen im Web und in den sozialen Medien scheinen eine Männerdomäne zu sein. Das Problem bei der Erhebung dieser Zahlen war es aber, dass die Akteure im Netz sich nicht immer einem Geschlecht zuordnen lassen. Aus den Daten herauslesen lässt sich jedoch eines: Männer dominieren die Debatten in sozialen Medien.

Die Wahl im Web_2

Die Wahl im Web_3

Die Wahl im Web_4

Horizontale LinieFoto: Fotolia / somartin
Hier kommen Sie zur Printversion des Artikels.