„Kronehit Smart“: Neue App für personalisiertes Radio

Das Kronehit-Angebot soll klassischen Wortanteil mit individuellem Audiostream verschmelzen.

Erschienen in HORIZONT 27-28/17

Streamingdienste setzen das Medium Radio zunehmend unter Druck: In Zeiten von Pandora, Spotify und YouTube muss sich dieses gegen harte Konkurrenz behaupten. An Wegen, wie das gelingen soll, arbeitet Kronehit-Programmchef Rüdiger Landgraf. Dieser Tage präsentiert er eines seiner Langzeitprojekte: Die App „Kronehit Smart“. Konkret geht es um eine App, die die Stärken von Radio mit den Vorteilen von Streamingdiensten kombinieren soll. Die Android-Version ist bereits seit Anfang Juli im Store verfügbar, seit gestern gibt es auch die iOS-Version.

Klassisch moderiertes, lineares Programm soll mit einem individuellen Audiostream verschmelzen. Die App ermöglicht es den Nutzern, einzelne Songs zu überspringen oder zurückzuspulen. Trotz Interaktion verlassen diese das Programmschema nicht. „Bei Moderationen, Nachrichten und Werbeblöcken kehren sie trotz des individuellen Audiostreams zum Sender zurück“, sagt Landgraf. Je nach Länge des Songtitels werden dem Nutzer Moderationen, Nachrichten und Werbeblöcke folglich zu unterschiedlichen Zeiten ausgespielt. Das Repertoire an Songs bleibt dasselbe wie auf UKW.

Ebenso in Planung, aber laut dem Programmchef „aufgrund geltender Musikrechte noch nicht implementiert“, sei eine Präferenzfunktion. Bevorzugte Songs können damit geliked oder disliked werden, Nutzer würden dann je nach Vorlieben Songs ausgespielt bekommen. Songs können zwar schon jetzt mit einem Like/Dislike bewertet werden, allerdings kann der Sender diese Informationen aktuell nur in seiner generellen Musikplanung berücksichtigen.

Überbrückung von Netzausfällen

Im Zuge der Einführung von „Kronehit Smart“ ist es auch im Werbebereich zu Veränderungen und bei Internetausfällen zu Verbesserungen gekommen. Teil der neuen App sind neben Audio Ads nun auch Video Ads. Zweitere werden dann eingespielt, wenn Nutzer einzelne Songs überspringen. Eben dann, wenn Nutzer diese sehen würden, weil sie, so die Logik, bewusst ihr Smartphone in die Hand nehmen und eine Aktion ausführen. Interagiert der Nutzer nicht mit der App, hört er wie bisher Audio Ads. In puncto personalisierte Werbung arbeitet man, das sei aber nichts Neues informiert der Programmchef, mit Targeting-Möglichkeiten.

Weil Radioapps auf Streaming beruhen, kommt es bei schlechtem Empfang naturgemäß zu Ausfällen. „Kronehit Smart“ sei allerdings auch in der Lage, kurze Internetausfälle besser zu überbrücken als bisher. „In der App gibt es bestimmte Songs, die in genau solchen Fällen gespielt werden. Das heißt, das Hörerlebnis ist ein durchgehendes“, sagt Landgraf.

Interaktion und Personalisierung

Rund 400.000 Nutzer pro Monat und eine durchschnittliche Hördauer von knapp einer Stunde haben die digitalen Kanäle von Kronehit. „Ein weltweiter Trend, der in Österreich aber noch nicht so stark ist, zeigt, dass sich der Audiokonsum immer stärker auf das Smartphone verlagert“, sagt Landgraf. Bis zum Ende des Sommers strebt der Sender 100.000 Downloads der App an – eingerechnet sind neben Neuinstallationen auch Updates.

Knapp drei Jahre arbeitete Landgraf mit seinem Team an dieser App, die das Radioerlebnis für den Nutzer revolutionieren soll. Sämtliche Abteilungen – von der Marktforschung über die Musikplanung bis hin zur Verkaufsabteilung – waren eingebunden. Als Vorbilder dienten Streamingdienste wie Pandora oder Spotify, durch die man herausgefunden habe, „dass die Interaktion und Personalisierung zwei wichtige Dinge am Smartphone sind“. Denn auf diesem Device würden sich Nutzer mehr als klassisches Radioprogramm erwarten. In weiterer Folge habe man darüber nachgedacht, wie man diese beiden Spezifika in einer Radioapp implementieren könne. An anderen Radiostationen konnte man sich dabei nicht orientieren, denn „nach unserem Wissen gibt es so eine App nirgendwo auf der Welt“, sagt Landgraf. Ab dem Zeitpunkt der Interaktion ist übrigens eine Registrierung notwendig, um die Informationen zuordnen zu können.

Für die technische Umsetzung der App zeichnet wunderweiss, ein auf Webentwicklung spezialisiertes Unternehmen, verantwortlich. Technisch war die App eine Herausforderung, daher auch die lange Entwicklungszeit von knapp drei Jahren. „Die größte Herausforderung war, die App so zu bauen, dass sie für den Nutzer weiterhin ganz einfach zu verwenden ist“, so der Programmchef.

Horizontale LinieFoto: Kronehit
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