Strache gibt russischem Sender erstes TV-Interview

In den vergangenen Wochen hat er hauptsächlich per SMS mit Medien kommuniziert. Nun wagte sich der über das Ibiza-Video gestolperte Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache aus der medialen Deckung – und gab ausgerechnet dem Propagandasender „Russia Today“ sein erstes TV-Interview.

Erschienen in der Kronen Zeitung am 10/08/19

Die FPÖ und insbesondere deren Ex-Chef Heinz-Christian Strache haben eine ganz besondere Beziehung zu Russland und zu Präsident Wladimir Putins Partei „Einiges Russland“ – das ist kein Geheimnis und war in den vergangenen Jahren immer wieder Gegenstand heftiger Kritik. Wie innig Straches Beziehungen zu Russland sind, stellte er nicht zuletzt im Ibiza-Video unter Beweis, wo er einer vermeintlichen russischen Oligarchennichte unter anderem den Staat und die „Krone“ verscherbeln wollte.

Drei Monate sind seit Bekanntwerden des Videos vergangen – mit Medien kommunizierte Strache seither hauptsächlich per SMS. Nun wagte er sich aus der medialen Deckung und gab ausgerechnet dem vom russischen Staat finanzierten Fernsehsender „Russia Today“ sein erstes TV-Interview. Inhaltlich war nicht viel Neues dabei. Vielmehr hatte er Gelegenheit, sich in einer knappen Stunde seine Version der Geschichte von der Seele zu reden – ohne dabei unterbrochen oder mit kritischen Fragen konfrontiert zu werden.

Ausreichend Gelegenheit hatte er auch, den politischen Mitbewerb und andere Gegner anzupatzen – diese nutzte er vor allem in der Frage nach den Hintermännern des Videos. Zur Zielscheibe wurden da das Bundeskriminalamt, der ehemalige SPÖ-Berater Tal Silberstein und mehrere Unternehmer, darunter auch Hans Peter Haselsteiner. Nicht zu knapp äußerte er sich auch zur Schredder-Affäre und zur EU-Wahl: „45.000 Menschen haben mir nicht trotz, sondern wegen des Videos ihre Vorzugsstimme gegeben.“ Das ist jedenfalls seine Version der Geschichte.

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Bild: Russia Today
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