VN investieren sechsstellige Summe in Redesign

Heute erscheint die erste Ausgabe der Vorarlberger Nachrichten im neuen Look. Überarbeitet wurden Schriftarten, grafische Elemente und das Logo.

Erschienen in HORIZONT 34-35/17

Die Vorarlberger Nachrichten (VN) wurden einem Redesign unterzogen – erstmals seit 2009. „Mir war es ein großes Anliegen, die Gestaltung von Nachrichten auf Mobilgeräten – von Push-Nachrichten bis zu Widgets – für die Zeitung zu adaptieren. Das konnte das bisherige Design aus 2009 nicht mehr leisten“, erläutert Chefredakteur und Geschäftsführer Gerold Riedmann. Riedmann hat bereits das letzte Redesign im Jahr 2009 begleitet und zeichnet auch für dieses verantwortlich. „Zudem war es mir wichtig, dass die VN nicht mit einem zehn Jahre alten Design am Markt sind. Das passt nicht zum innovativen Ansatz, den wir sonst verfolgen.“ Überarbeitet wurden Schriftarten, grafische Elemente und das Logo. Die erste Ausgabe im neuen Look erscheint heute.

Ein Jahr lang wurde am Redesign des Blattes aus dem Vorarlberger Medienhaus Russmedia gearbeitet. Dafür an Bord geholt hat man keinen Geringeren als Erik Spiekermann und mit ihm die renommierte Designagentur Edenspiekermann. „Erik Spiekermann ist einer der weltweit meistbeachteten Typografen und besonders für die Lesbarkeit seiner Schriften bekannt“, sagt Riedmann. Im deutschsprachigen Raum war Spiekermann unter anderem bereits für das Red Bull Media House, Axel Springer und den Zeit Verlag tätig.

Frische, Gelassenheit und Lockerheit

„Das Design ist über die Jahre hinweg wie jede Wohnung sehr zugestellt worden. Wir hatten wenig Platz, um uns zu bewegen, es ist jeder Quadratzentimeter ausgenutzt worden“, erzählt Riedmann. Ziel war es, diese Wohnung zu modernisieren, allerdings sollten die Menschen „trotzdem noch wissen, wo die Eingangstür ist, wo sie die Küche finden und wie sie auf den Balkon kommen“. Und so habe man zu Beginn in Workshops die interne Sichtweise auf die VN, die der Kunden und Leser gemeinsam erarbeitet und weiterentwickelt. Erst nach einigen Monaten ging es dann in den Gestaltungs- und Umsetzungsprozess. „Wir haben schon in sehr frühen Phasen Feedback bekommen, das wir dann in das Produkt einfließen haben lassen.“

Frische, Gelassenheit und Lockerheit waren im Zuge des Redesigns die drei wichtigsten Schlüsselwörter. Überarbeitet wurden Schriftarten, grafische Elemente und das Logo. Die gewählten Schriftarten sind erst wenige Jahre alt. „Es sind Schriften, die im deutschen Sprachraum bisher noch nicht bei Zeitungen eingesetzt wurden und die durchaus Charakter haben“, sagt Riedmann. Die Zeitungsbücher werden künftig von Widgets begleitet und die Zeitungsköpfe sollen flexibler gestaltet werden, als das in der Vergangenheit der Fall war. „Eine Startaufstellung der Formel 1 oder ein Ergebnis der deutschen Bundesliga kann auch als Widget laufen, ähnlich einem Ticker in einer Nachrichtensendung“, skizziert Riedmann die Neuerung an einem Beispiel. Bei den Änderungen am Logo sei man sehr behutsam vorgegangen, zuletzt wurden solche vor zwei Jahrzehnten vorgenommen. Neben einer neuen Schrift ist das Logo nun schmaler und hat eine Trennlinie zwischen dem V und dem N.

Sechsstellige Summe investiert

„Herausgekommen ist ein Design, das bei anderen Regionalzeitungen teilweise undenkbar wäre, weil es recht progressiv ist“, sagt der Chefredakteur und Geschäftsführer.  Sorgen, dass dieses auf Ablehnung stoßen könnte, hat er keine. „Der letzte große Relaunch, nämlich jener der Kleinen Zeitung, hat gezeigt, dass ein Design am Anfang zwar diskutiert wird, aber schon nach wenigen Tagen und Wochen ein Gewöhnungseffekt eintritt und man sich dann die Zeitung gar nicht mehr anders vorstellen kann.“ Angst vor Feedback habe man daher nicht. Ganz im Gegenteil: „Wir hoffen, dass wir viel Feedback von den Menschen bekommen.“

Ziel des neuen Designs ist, dass dieses dem Leser in Sekundenbruchteilen einen Überblick gibt, welche Meldungen wichtig und welche weniger wichtig sind, welche Geschichten anspruchsvoller sind und welche nebenher konsumiert werden können. „Wir haben stark daran gearbeitet, dass diese Gewichtungen klarer sind und dass jede einzelne Geschichte auch optisch so frisch daherkommt, wie sie inhaltlich ist“, sagt Riedmann. Zudem wollte man mit dem neuen Design die Einzigartigkeit und Unverkennbarkeit der VN herausarbeiten. „Jeder Share auf Social Media soll auch ohne das Logo an die VN erinnern.“

Jedenfalls sei das Redesign „ganz klar eine Investition in Print“, obwohl man damit auch die digitale Zielgruppe abholen wolle. Die Summe für diese Investition liege „in einem sechsstelligen Bereich, das hätten wir auch günstiger machen können“, so Riedmann.

Ortner schreibt Kolumnen

Neben optischen Neuerungen ist es auch zu inhaltlichen Veränderungen gekommen. So wurde etwa ein neues Format entwickelt, das Geschichten nur durch Bilder erzählen wird. Zudem ist mit Julia Ortner eine neue Kolumnistin an Bord, die das politische Geschehen kommentieren wird – ihre erste Kolumne erscheint morgen. Notiz am Rande: Der Name Ortner ist bei den VN kein unbekannter, waren doch ihr Großvater Franz Ortner von 1969 bis 1986 und ihr Vater Thomas Ortner von 1987 bis 1989 Chefredakteur des Blattes.

Horizontale LinieFoto: Russmedia
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