„ZIB“-Nachrichten mit Untertiteln

Mit der „ZIB 100“ will der ORF ein junges und Smartphone-affines Publikum erreichen.

Erschienen in HORIZONT 16/16

"ZIB"-Nachrichten mit Untertiteln

„Wollen Junge erreichen: ZIB 2 testet Untertitel wie auf Facebook“ titelte das Satireportal Die Tagespresse am 18. März. Dass der Grat zwischen Satire und Realität oft nur ein schmaler ist, hat das Portal schon mehrfach bewiesen. Und was vor wenigen Wochen tatsächlich noch nach Satire geklungen hat, scheint sich jetzt – zumindest teilweise – zu bewahrheiten. Der ORF plant nämlich mit der „ZIB 100“ ein Nachrichtenformat mit Untertiteln, um unter anderem ein junges und Smartphone-affines Publikum zu erreichen.

Nachrichten in 100 Sekunden

Konkret soll das Nachrichtenformat so aussehen: Die „ZIB 100“ wird im Hochformat produziert und zur Gänze untertitelt werden. Von Montag bis Freitag werden die „ZIB 1“-Moderatoren jeweils um 17:25 Uhr 100 Sekunden kompakte Information im Programm des Kultur- und Informationssenders ORF III präsentieren. Die Parlamentsberichterstattung, die an ungefähr 50 Tagen im Jahr auf dem für die „ZIB 100“ geplanten Sendeplatz auf ORF III ebenfalls übertragen wird, soll dadurch allerdings nicht unterbrochen werden. Aus diesem Grund habe man sich beim ORF ein Split-Screen-Format überlegt. Projektleiter Armin Wolf dazu: „Das Innovative an der ‚ZIB 100‘ ist, dass man sie auf dem TV-Schirm im Split-Screen aber auch nebenbei am Computermonitor oder am Handy sehen kann, weil sie im Hochformat kommt.“ Die „ZIB 100“ wird an 50 Tagen stumm zu sehen sein – weil die Sendung vollständig untertitelt ist, funktioniert diese auch ohne Ton.

Nachrichtenformat mit Untertiteln

Mit dem Element der Untertitel setzt der ORF den nächsten Schritt, um auch ein junges und Smartphone-affines Publikum mit öffentlich-rechtlichen Nachrichten zu erreichen. Bereits jetzt werden auf der Facebook-Seite der „Zeit im Bild“ Video-Nachrichten untertitelt – weil diese bei den Usern gut ankommen würden, habe man das Konzept beim ORF weitergedacht und mit der „ZIB 100“ in ein richtiges Nachrichtenformat integriert. Somit kann die „ZIB 100“ sowohl von zu Hause als auch von unterwegs ohne Kopfhörer auf dem Smartphone konsumiert werden. „Ein derartiges News-Format für überall bietet, soweit wir wissen, bisher noch niemand“, ergänzt Armin Wolf.

Liaison von TV und Digital

Die „ZIB 100“ ist ein weiteres Projekt des ORF, das auf eine verstärkte Vernetzung zwischen TV und Digital setzt. Fritz Dittlbacher, Chefredakteur des ORF-Fernsehens, erklärt: „Die ‚ZIB 100‘ ist ein gelungenes Beispiel dafür, welche kreativen Neuerungen möglich sind, wenn verschiedene Bereiche des ORF konstruktiv zusammenarbeiten: Die Fernseh-Information gestaltet ein erstes tägliches Nachrichtenformat für den Kultur- und Informationssender ORF III, das zugleich auch auf der ORF-Website und auf unserer Facebook-Seite zur Verfügung gestellt wird – eine gelungene Verbindung von TV und Digital.“

Bisher spezialisierte sich der Spartensender ORF III auf in die Tiefe gehende, hintergründige Formate wie etwa „60.Minuten.Politik“ oder Inside Brüssel sowie die Liveübertragung der Parlamentsdebatten. Nun erweitert der Kultur- und Informationssender sein Angebot um ein tagesaktuelles Nachrichtenformat. Peter Schöber, Geschäftsführer von ORF III, dazu: „Es freut mich, dass wir seitens ORF III unser umfassendes Informationsportfolio nun um ein tagesaktuelles Nachrichtenformat erweitern können.“

Am Montag, dem 25. April 2016 – also einen Tag nach den österreichischen Bundespräsidentschaftswahlen – feiert die „ZIB 100“ ihre Premiere in ORF III.

Horizontale LinieFoto: ORF
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